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Chronik der SCHULDNERHILFE OÖ

Die SCHULDNERHILFE OÖ (vormals Verein für prophylaktische Sozialarbeit) blickt auf eine über 40-jährige Geschichte zurück. Lesen Sie hier, wie alles begonnen hat und wie die Entwicklung verlaufen ist.

  • 1979 bis Juni 1989 – Beratungsstelle in der Wienerstraße
  • Juli 1989 bis Jänner 1995 – Beratungsstelle in der Gärtnerstraße
  • Februar 1995 bis Jänner 2004 – Beratungsstelle am Hessenplatz
  • seit Februar 2004 – aktuelle Beratungsstelle in der Stockhofstraße 9



Standort Wienerstraße 1979 bis 1989

Beratungsstelle Wienerstraße (1979 bis Juni 1989)

  • Als Projekt einer Studierendengruppe der Akademie für Sozialarbeit kümmerte man sich ab 1979 um die BewohnerInnen eines Barackenlagers in der Semmelweisstraße. Der Arbeitsschwerpunkt lag in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit (lebenspraktisches Lernen, mit den Kindern Aufgaben machen, Einkaufen gehen, Gespräche führen...). Mit der Auflösung des Barackenlagers verlagerte sich auch das Aufgabengebiet, vorbeugende Sozialarbeit fand ihren Ansatzpunkt in der Delogierungsverhinderung.
  • Ab 1986 traten außer Mietschulden zunehmend Schulden bei anderen GläubigerInnen wie Banken, Versandhäusern etc. auf. Zu dieser Zeit gab es in Linz noch keine andere Einrichtung, die sich mit dem Thema Schuldenregelung befasste. Der Verein für prophylaktische Sozialarbeit nahm diesen Bereich als neues Betätigungsfeld auf und professionalisierte es im Laufe der Jahre. Dies war der Beginn einer professionellen Schuldnerberatung. Schon damals war der Verein bestrebt, nach Durchführung eines Ausgleiches oder einer Delogierungsverhinderung mittels Nachbetreuung Rückfälle zu verhindern.


Standort Gaertnerstraße 1989 bis 1995

Beratungsstelle Gärtnerstraße (Juli 1989 bis Jänner 1995)

  • Nach zehn Jahren in einem Substandard-Büro in der Wienerstraße (von 1979 bis 1989), fand der Verein in der Gärtnerstraße seinen neuen Standort. 1991 hielt die EDV Einzug, ebenfalls 1991 entstand aus der Schuldnerberatung heraus ein völlig neues Arbeitsgebiet – die Arbeit mit Spielsüchtigen und deren Angehörigen in Form von Einzelberatung und einer geleiteten Gruppe für SpielerInnen.
  • 1993 wurde der Verein für prophylaktische Sozialarbeit vom Familienministerium als Familienberatungsstelle im Sinne des Familienberatungsförderungsgesetzes anerkannt, was neben einer Anerkennung unserer Arbeit auch eine zusätzliche finanzielle Absicherung bedeutete. Somit war und ist der Verein für prophylaktische Sozialarbeit die einzige Schuldnerberatungsstelle Österreichs, die auch als Familienberatungsstelle anerkannt ist. Dies unterstreicht die ganzheitliche Arbeitsweise, die dem Verein immer ein Anliegen war. So bemüht sich der Verein mit den KundInnen neben der Schuldenregulierung auch andere Probleme (Wohnungsfragen, scheidungsrechtliche Fragen, Familienprobleme, Suchtprobleme etc.) aufzugreifen.
  • Im Jahr 1994 wurden wir vom Bundesministerium für Justiz zur bevorrechteten Schuldnerberatungsstelle im Sinne der Konkursordnung ernannt.


Standort Hessenplatz 1995 bis 2004

Beratungsstelle am Hessenplatz (Februar 1995 bis Jänner 2004)

  • Ab 1995 hatte der Verein seinen Sitz am Hessenplatz.
  • 1997 wurde die Außenstelle in Rohrbach eröffnet.
  • Mit 1.1.1999 trat das OÖ. Sozialhilfegesetz 1998 in Kraft. Schuldnerberatung wurde dort als Aufgabe des Landes als Träger sozialer Hilfe festgeschrieben.
  • Im Mai 1999 erschien die erste Ausgabe der Geizhalszeitung. Die drei Mal jährlich erscheinende Zeitung mit dem Schwerpunkt „bewusster und sparsamer Umgang mit Geld" erscheint nach wie vor regelmäßig und hat eine treue LeserInnenschaft.
  • Seit dem Jahr 2002 basiert die Finanzierung des Vereins für prophylaktische Sozialarbeit auf einer unbefristeten Fördervereinbarung mit dem Land Oberösterreich.


Standort Stockhofstraße ab 2004

Aktuelle Beratungsstelle Stockhofstraße (seit Februar 2004)

  • Im Jahr 2004 wurde das neue, größere Büro in der Stockhofstraße 9 bezogen. Es ist dadurch wieder gewährleistet, dass jeder/jede BeraterIn ein eigenes Büro zur Verfügung hat, in dem auch die Beratungen durchgeführt werden.
  • Im Mai 2005 wurde die EDV aller Standorte (Zentrale, Regionalstelle, Sprechtage) vernetzt, sodass die MitarbeiterInnen immer alle Daten zur Verfügung haben.
  • Im Mai 2005 wurde das neue Auftreten unter dem Namen „schuldner-hilfe" veröffentlicht und wurde ab diesem Zeitpunkt als Name des Vereins für prophylaktische Sozialarbeit nach Außen transportiert.
  • Anfang 2008 wird die Bezeichnung „bevorrechtete Schuldnerberatungsstelle" durch „staatlich anerkannte Schuldenberatungsstelle" ersetzt. Wir sind zum Führen des entsprechenden Logos mit Bundesadler berechtigt bzw. verpflichtet.
  • Aufgrund großer Veränderungen über die vergangenen Jahrzehnte wurde in der Generalversammlung am 29.3.2011 beschlossen, den Namen von „Verein für prophylaktische Sozialarbeit" in „SCHULDNERHILFE OÖ" zu ändern. Der Name wurde bereits in den letzten Jahren als Markenzeichen erfolgreich eingeführt und mit 8.4.2011 ins Zentralvereinsregister eingetragen. Für unsere KundInnen und PartnerInnen änderte sich dadurch nichts. Auch die Rechtsform sowie die Zentralvereinsregisternummer des Vereins haben sich durch die Namensänderung nicht geändert.
  • Um die erreichten Schuldenregelungsergebnisse abzusichern wurde 2011 das Projekt EURO-FIT mit Unterstützung des Landes OÖ und den ersten freiwilligen MitarbeiterInnen gestartet.
  • Seit Dezember 2012 ist das Qualitätsmanagement-System der SCHULDNERHILFE OÖ zertifiziert gemäß ISO 9001.
  • Durch die Einführung des Betreuten Kontos im September 2014 kann die SCHULDNERHILFE OÖ delogierungsgefährdeten KundInnen eine Hilfe zur Absicherung der Existenz anbieten, ermöglicht durch eine Kooperation mit der Schuldnerberatung Wien und der Volkskreditbank.


Logo Institut Finanzkompetenz Web 72dpi 470px

Fachbereich Finanzbildung - Institut Finanzkompetenz

  • Bereits 1990 begann die SCHULDNERHILFE OÖ mit Präventionsarbeit. BeraterInnen der Einrichtung hielten Vorträge und Workshops in Schulen und Sozialeinrichtungen.
  • Über die Jahre stieg die Nachfrage nach diesem Angebot stetig an, sodass im Februar 2001 erstmals eigenes Personal für den neuen Fachbereich Schuldenprävention angestellt werden konnte. Nun wurde es möglich, eine größere Anzahl an Bildungsveranstaltungen durchzuführen und auch Kultur- und Medien-Projekte mit Schulen umzusetzen.
  • Mittlerweile erreicht die SCHULDNERHILFE OÖ mit ihren Workshops jährlich etwa 9.000 Personen in Oberösterreich.
  • Mit der Entwicklung und Initiierung des OÖ Finanzführerscheins im Jahr 2006 begann auch der personelle Ausbau um TrainerInnen, die dafür sorgten, dass möglichst viele Schulen in Oberösterreich in den Genuss dieses umfangreichen Kursmodells kamen. Gleichzeitig wurden ständig neue Methoden und Konzepte entwickelt und die Inhalte laufend aktualisiert. Heute absolvieren jährlich etwa 3.300 Jugendliche in Oberösterreich den Finanzführerschein.
  • Im Juni 2018 wurde der 25.000ste OÖ Finanzführerschein überreicht. Inhalte und Know-how wurden mittlerweile nach Salzburg, Südtirol und ins Burgenland exportiert, wo der Finanzführerschein ebenfalls erfolgreich durchgeführt wird.
  • Aufgrund der so entstandenen Menge und Qualität der Unterrichtskonzepte wurde man auch auf Ministeriums- und EU-Ebene auf die SCHULDNERHILFE OÖ aufmerksam, die als seriöse und unabhängige Anbieterin von qualitativ hochwertiger Präventionsarbeit wahrgenommen wurde. Zwischen 2008 und 2010 wurde die SCHULDNERHILFE OÖ von der Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission (DG SANCO) damit beauftragt, Unterrichtsmaterialien für das EU-Projekt DOLCETA zu erstellen. Ergebnis waren Methoden und Konzepte zum Thema finanzielle Allgemeinbildung für Lehrkräfte von Volksschulen, Mittelschulen und Oberstufen (mittlerweile offline).
  • Seit 2008 erstellt die SCHULDNERHILFE OÖ laufend Unterrichtsmaterialien für das online-Portal www.konsumentenfragen.at des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz. Für Lehrkräfte stehen hier umfassende Unterrichtsmaterialien zum Thema Verbraucherbildung für die 8. bis 11. Schulstufe, für die Volksschule und für den Kindergarten kostenfrei zur Verfügung.
  • 2012 begann die SCHULDNERHILFE OÖ damit, eine neue und innovative Form der Wissensvermittlung mittels E-Learning im Finanzbildungsbereich aufzubauen. So können auch Schulen und LernerInnen erreicht werden, für die Workshops oder der OÖ Finanzführerschein nicht möglich sind bzw. eine weitere Beschäftigung mit Finanzthemen gewünscht ist.
  • 2012 wurden auf Initiative des AMS Workshops für Kurse des AMS entwickelt. Im Mittelpunkt steht hier der Umgang mit geringem Einkommen und schwierigen finanziellen Situationen. Diese Kurse gehören seit 2013 zum verpflichtenden Kursprogramm der Bildungsträger und werden von der SCHULDNERHILFE OÖ vor Ort durchgeführt. Zielgruppen sind Jugendliche und Erwachsene in Kursen des AMS in Oberösterreich.
  • Die SCHULDNERHILFE OÖ verstand unter Präventionsarbeit/Finanzbildung von Beginn an einen umfassenderen Ansatz. Neben Workshops und Seminaren und der Entwicklung von Unterrichtsmaterialien sind dies auch Projektarbeit, Öffentlichkeitsarbeit und die Erstellung von Informationsmaterialien.
  • Auch Fachvorträge zu bestimmten Themen gehörten im Rahmen des jährlichen sogenannten prophylaktischen Herbstes ab 2002 dazu. Abgelöst wurde dieses Programm von größeren Fachtagungen. Seit 2010 veranstaltet die SCHULDNERHILFE OÖ regelmäßig eine Tagung für Fachpublikum zu wechselnden Themen. Kooperationspartner sind die FH Oberösterreich und die PH der Diözese Linz sowie die PH des Landes OÖ.